8. März – Für das Gute Leben!

Die Linke Kassel-Land lädt am 8. März zu einer kostenfreien Kinovorstellung unter dem Titel „Ein Tag ohne Frauen“ ins Kino Wolfhagen ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, was es für unsere Gesellschaft bedeuten würde, wenn diejenigen, die den Großteil der Sorgearbeit leisten, ihre Arbeit niederlegen. Der Film und die anschließende Austauschrunde machen sichtbar, wie sehr unser Alltag von bezahlter und unbezahlter Arbeit in Familie, Pflege, Betreuung und Beruf getragen wird und wie selten diese Leistungen wirklich anerkannt werden. Kinder sind ausdrücklich willkommen, für Verpflegung ist gesorgt, und im Anschluss gibt es Raum, um ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und sich untereinander zu vernetzen. So entsteht im Landkreis ein zusätzlicher Ort, an dem Menschen zusammenkommen können, die Verantwortung tragen, Diskriminierung erfahren und gemeinsam nach Wegen in eine solidarische, gerechte Gesellschaft suchen.

Der 8. März hat eine lange Geschichte als Tag des feministischen und emanzipatorischen Protests und der Organisierung. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts nutzten vor allem sozialistische Bewegungen diesen Tag, um für bessere Arbeitsbedingungen, das Wahlrecht und politische Teilhabe von Frauen zu kämpfen. Über Jahrzehnte stand der 8. März für den Widerstand gegen Ausbeutung, Krieg, Armut und patriarchale Machtverhältnisse. In den letzten Jahren haben sich vielerorts neue, vielfältige Bündnisse gebildet, in denen Menschen zusammen aktiv werden, die wegen Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, Herkunft, Behinderung oder sozialer Lage Diskriminierung erfahren. Der 8. März ist damit bis heute ein wichtiger Bezugspunkt für Protest, Streiks, Aktionen und solidarische Praxis – ein Tag, an dem deutlich wird, dass gerechte Lebensbedingungen und echte Gleichberechtigung nur gemeinsam erkämpft werden können.

Der 8. März trägt heute verschiedene Namen, die unterschiedliche feministische Traditionen sichtbar machen. Oft wird er als Weltfrauentag bezeichnet, ein Begriff, der vor allem durch die sozialistische Frauenbewegung und Clara Zetkin geprägt wurde. Viele sprechen inzwischen vom Feministischen Kampftag, um zu betonen, dass es nicht um einen Feiertag, sondern um einen Tag des Protests, der Organisierung und des Widerstands gegen patriarchale Verhältnisse geht. Andere verwenden Begriffe wie Frauen*kampftag, um deutlich zu machen, dass nicht nur cis Frauen gemeint sind, sondern alle Menschen, die aufgrund von Geschlecht oder Geschlechtsidentität Diskriminierung erfahren.