Presseerklärung – Mut zur Wahrheit statt Landebahnen für Einhörner

Kassel, 17.04.2026

Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion Die Linke im Kreistag des Landkreises Kassel, Torsten Felstehausen, kritisiert die jüngsten Äußerungen des Aufsichtsratsvorsitzenden des Flughafens Kassel scharf.

„Dem Aufsichtsratsvorsitzenden fehlt offenbar der Mut und die Aufrichtigkeit, das endgültige Scheitern des Projekts ‚Flughafen Kassel‘ einzugestehen“, erklärt Felstehausen. „Nachdem trotz aller Warnungen über 500 Millionen Euro in Roland Kochs Traum vom Airport geflossen sind, wäre es jetzt an der Zeit, endlich die Reißleine zu ziehen.“

Stattdessen würden erneut „Nebelkerzen geworfen und Landebahnen für Einhörner geplant, von dem schon heute klar ist, dass diese nicht gebraucht werden“, so Felstehausen weiter. Keines der genannten Zukunftsszenarien – weder im Bereich Drohnen, Logistik noch militärische Nutzung – werde für die notwendige Auslastung sorgen. „Keines dieser Projekte rechtfertigt einen 24/7-Flughafen. Und keines rechtfertigt die jährlichen Millionensubventionen, die an anderer Stelle in Nordhessen so dringend benötigt werden.“

Besonders kritisch sieht Felstehausen die politische Einordnung der aktuellen Situation: „Dass der Aufsichtsratsvorsitzende Till Kaesbach die desaströse Bruchlandung eines sogenannten Leuchtturmprojekts nun als Neustart verkauft, zeigt, wie weit sich die Wiesbadener Politik von der Realität in Nordhessen entfernt hat.“

Aus Sicht der LINKEN ist jetzt ein klarer Kurswechsel notwendig: „Es wäre erforderlich, endlich die Konsequenzen zu ziehen und den Flughafen zumindest zu einem Verkehrslandeplatz herabzustufen. Bereits dieser Schritt könnte erhebliche Mittel einsparen“, so Felstehausen abschließend.