Am 12. April haben wir erstmals eine Kräuterwanderung im Gläsnertal organisiert. Um 13:30 Uhr trafen wir uns am Wanderparkplatz kurz vorm Forsthaus und Johannes Dietrich war direkt „auf Temperatur“. Die Vielfalt, die sich den Teilnehmenden bereits am Parkplatz bot, war überwältigend.
Mit bester Laune und großer Vorfreude auf die kommenden Stunden wurden heimische Frühblüher und ihre Verwechslungspartner vorgestellt. Das Buschwindröschen stand in voller Blüte und direkt daneben breitete sich der oft verhasste Giersch aus. Dass der Giersch allerdings nachweislich gegen Gichtbeschwerden hilft, hat die Gemüter beruhigt. Die ordnungsgemäße Bestimmung anhand einer Faustformel machte es den teilnehmenden Kindern leicht, die Pflanze zu erkennen.
Außerhalb des Naturschutzgebiets konnte auch noch der ein oder andere Geschmackstest durchgeführt werden. Allerdings waren sich nicht immer alle einig, zum Beispiel, ob die Triebe der Brombeere wirklich einen Kokosgeschmack haben. Der namensgebende Geschmack der Knoblauchrauke war allerdings unverkennbar. Zu dieser Pflanze gab es ganz am Ende noch den Hinweis, dass der Aurorafalter auf die ausgewachsene Pflanze angewiesen ist. Ein Lebewesen, das die Herzen im Frühling verzücken könnte, wenn es denn die Pflanzen um sich hat, auf die es angewiesen ist.
Das war auch eines der großen Themen im Naturschutzgebiet. Vorsichtig tasteten sich die Teilnehmenden durch den Bereich am oberen Lauf der Nieste. Hier wurden wirkliche Schätze gefunden und bewundert. Jedes noch so kleine und unscheinbare Kraut wurde von Johannes gefunden und mit unvergleichbarem Enthusiasmus beschrieben und erklärt. Viele der Pflanzen waren früher bei weitem nicht so selten. Die ökologische Vielfalt direkt vor unserer Tür ist nicht mehr so ausgeprägt, wie sie es noch vor einigen Jahren war.
Welch ein Naturschatz direkt vor den Toren unseres Dorfes liegt, konnte der Gruppe immer wieder sehr gut vermittelt werden. So blieb am Ende die Erkenntnis, dass wir es gemeinsam in der Hand haben, diese bunte Vielfalt zu schützen. Denn eines ist sicher – heimische Unkräuter gibt es nicht.


