Alles aus den öffentlichen Sitzungen des Kreistages: www.gremien.landkreiskassel.de/bi/info.asp
Bericht vom 28. September 2026
Bei der Kreistagssitzung im Landkreis Kassel brachte die Fraktion Die Linke mehrere wichtige Anträge und Berichtsanträge ein. Die Sitzung war geprägt von intensiven Debatten über soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und friedenspolitische Verantwortung.
Soziale Themen: Unterhaltsvorschuss
Die Fraktion stellte ihren Berichtsantrag zum Thema Unterhaltsvorschuss vor. Die Antworten der Verwaltung zeigen deutliche Zahlen: Im Jahr 2025 beliefen sich die Gesamtausgaben für Unterhaltsvorschussleistungen auf über 9,16 Millionen Euro. Durch Rückforderungen konnten rund 1,55 Millionen Euro eingenommen werden. Die Rückholquote liegt bei 16,87 Prozent und ist seit 2022 kontinuierlich gesunken. Aktuell bearbeiten zwei Vollzeitkräfte den Unterhaltsrückgriff für laufende Fälle, unterstützt durch weitere Mitarbeiter:innen in der Altfallbearbeitung.
LWV-Wahl
Bei der Wahl zur Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen erhielt der Wahlvorschlag der Partei Die Linke fünf Stimmen.
Umwelt und Nachhaltigkeit: Bergschaden Kaufungen und elektrifizierte Buslinien
Zum Thema Bergschaden in der Gemeinde Kaufungen wurde der Berichtsantrag der Linken in den Umweltausschuss verwiesen. Der Antrag zu elektrifizierten Buslinien wurde insgesamt angenommen. In der Debatte erklärte Torsten Felstehausen nochmal ausführlich, warum Wasserstoff keine nachhaltige Zukunftsperspektive für den öffentlichen Nahverkehr darstellt.
Friedenspolitik: Keine militärische Nutzung des Kassel Airport
Besonders kontrovers diskutiert wurde der Antrag der Partei Die Linke mit der Forderung „Keine militärische Nutzung des Kassel Airport“. Jan Kersting begründete den Antrag mit deutlichen Worten und verwies auf die zunehmende militärische Nutzung des Flughafens. Er dankte den jungen Menschen, die bei den Schüler:innenprotesten für Frieden demonstriert hatten, und zitierte Mara, eine junge Frau aus dem Landkreis, die die Entwicklung am Flughafen scharf kritisiert hatte.
Kersting machte deutlich, dass der Landkreis als Gesellschafter der Flughafen GmbH Mitverantwortung trägt. Er forderte, Einfluss auf die Flughafen GmbH zu nehmen und im Fall fortgesetzter militärischer Nutzung aus der Flughafen Kassel GmbH auszusteigen. Die Perspektive und Haltung der jungen Menschen wurde entwertet, auch seien das alles Kommunist:innen, laut der CDU. Auch wurde versucht die Aufrüstung, zur „Verteidigungsfähigkeit“ umzudeuten. Dabei wurde natürlich verschwiegen, dass Im ersten Halbjahr 2026 nach vorläufigen Angaben Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern im Gesamtwert von rund 13,87 Milliarden Euro erteilt wurden und es somit nicht um Verteidigung, sondern um Aufrüstung und Kriegslogistik geht .
Krisenvorsorge: CDU-Antrag „72 Stunden handlungsfähig“
Die CDU brachte einen Antrag ein mit dem Titel „Landkreis Kassel krisenfest machen – 72 Stunden handlungsfähig mit Kompass Resilienz“. Torsten Felstehausen hielt dazu eine kritische Rede. Er bemängelte, dass der Antrag zwar beeindruckend klinge, aber keine konkreten finanziellen Verpflichtungen enthalte. Es fehlten Haushaltsansätze für Notstrom, Treibstoffreserven, krisenfeste Kommunikation und barrierearme Notunterkünfte. Felstehausen forderte stattdessen einen finanzierten Investitionsplan für den Katastrophenschutz mit klaren Prioritäten, konkreten Summen und verbindlichen Fristen. Besonders bemerkenswert: Gemeinsam mit der AfD-Fraktion konnte die CDU hier ihren Antrag durchbringen. Als Kersting darauf hinwies, wiesen sie diese Kritik mit dem Vorwurf der Demokratieschädlichkeit zurück. So würden sich laut CDU die Abgeordneten nicht mehr trauen etwas zuzustimmen.

