Neue Hausschuhe für die Schule? Linke kritisiert Sparpolitik bei der Reinigung

Zum Beginn des neuen Schuljahres werden Eltern an manchen Schulen im Landkreis Kassel aufgefordert, ihren Kindern Hausschuhe für die Klassenräume mitzugeben. Hintergrund ist nach Angaben der Fraktion, dass Klassenräume nur noch jeden zweiten Tag gereinigt werden.

Die Kreistagsfraktion der Linken kritisiert diese Entwicklung seit Jahren als falsche Prioritätensetzung. Die Kosten und Folgen dürften nicht auf die Familien abgewälzt werden.

„Mit der Art, wie wir unsere Schulen ausstatten und instand halten, senden wir ein Signal an die Menschen unserer Zukunft: Wie wichtig sind uns ihre Bildung, ihre Gesundheit und ihre Lebensbedingungen? Saubere Klassenräume sollten dabei selbstverständlich sein und nicht davon abhängen, ob Eltern zusätzliche Anschaffungen übernehmen können“, erklärt Laura Maschke, stellvertretende Vorsitzende der Kreistagsfraktion der Linken.

Gerade zum Schuljahresbeginn kämen auf Familien ohnehin zahlreiche Ausgaben für Schulmaterialien, Kleidung und weitere Ausstattung zu. Zusätzliche Kosten für Hausschuhe mögen für den Einzelnen gering erscheinen, summierten sich aber wenn man das gesamt Paket was Eltern anschaffen müssen betrachtet.

„Saubere Klassenräume sind keine Luxusleistung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Kinder sollen in einer Umgebung lernen können, die sauber und hygienisch ist. Dafür braucht es eine ausreichende Finanzierung und keine Verlagerung der Kosten auf die Eltern“, ergänzt Jan Kersting, der Fraktionsvorsitzende.

Die Linke fordert deshalb, die Reinigungsintervalle an den Schulen, insbesondere in den Klassenräumen wieder zu erhöhen.

„Wir sollten jungen Menschen zeigen, dass ihre Zukunft uns etwas wert ist. Dazu gehört, in gute Schulen zu investieren und Verantwortung nicht auf die Familien abzuwälzen. Kümmern statt kürzen muss deshalb auch bei der Schulreinigung gelten“, so Maschke abschließend.