Presseerklärung: Frühe Hilfen werden ausgehöhlt, Landkreis riskiert Versorgungslücken aus Spargründen

Die Linke im Kreistag kritisiert das Vorgehen des Landkreises bei den Frühen Hilfen scharf. Durch die Kündigung bestehender Leistungsvereinbarungen mit freiberuflichen Fachkräften gibt es ab Januar, zumindest vorerst, erhebliche Versorgungslücken für Familien, Schwangere und junge Eltern.

Auch wenn der Landkreis formal erklärt, die Frühen Hilfen nicht abzuschaffen, zeigt der HNA- Artikel von heute deutlich: In der Praxis stehen zentrale Angebote vorerst nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig werden bewährte fachliche Standards zur Disposition gestellt.

Jan Kersting, Kreistagsabgeordneter der Partei Die Linke, erklärt dazu:

„Was hier als notwendige Anpassung verkauft wird, ist in Wahrheit eine Sparmaßnahme auf dem Rücken von Familien und Fachkräften. Wenn bestehende Verträge gekündigt werden und neue Verträge nicht den selben Standard bieten, dann ist das faktisch ein Abbau der Frühen Hilfen.“

Besonders problematisch ist aus Sicht der Linken, dass die fachliche Kritik der beteiligten Familienhebammen sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekräfte kaum ernsthaft aufgegriffen wurde. Diese weisen ausdrücklich darauf hin, dass ohne ausreichende Supervision, Zeitkontingente und angemessene Vergütung die Qualität der Arbeit leidet und das mit direkten Folgen für belastete Familien.

Kersting weiter:

„Der Landkreis argumentiert mit Haushaltszwängen, blendet aber die langfristigen Konsequenzen aus. Frühe Hilfen sind Prävention. Wer hier spart, riskiert höhere Kosten sowohl in der Jugendhilfe als auch im Gesundheitssystem und letztlich menschliches Leid.“

Die Linke fordert den Landkreis Kassel auf, die Leistungsvereinbarungen so zu gestalten, dass sie fachlich tragfähig sind und den tatsächlichen Anforderungen der Arbeit entsprechen. Ziel muss es sein, die Kontinuität der Frühen Hilfen sicherzustellen, statt Angebote durch Sparlogik schleichend auszuhöhlen.

Sozialpolitik darf nicht allein unter Haushaltsvorbehalt stehen. Gerade in Krisenzeiten braucht es verlässliche Unterstützung für Familien!